Wer Liebe lebt…

Zwei ehrenamtliche Mitarbeiterinnen, Liz Röder und Katja Hoffbauer, berichten von der Hochzeit bei Bonn Lighthouse

Da hat der deutsche Schlager also doch recht?

Zwei schwerkranke Bewohner von Bonn Lighthouse haben dies am vorigen Freitag zur Freude ihrer Freunde und Bekannten im Bonner Standesamt unter Beweis gestellt.

Zarte Bande wurden von Gabi und Heinz zwar schon vor längerer Zeit geknüpft, aber diese genügten unserem Liebespaar auf Dauer nicht! Mit Brief und Siegel, und natürlich mit Eheringen als Symbol ewiger Treue – so sollte es sein. Gabi und Heinz waren sich einig: Keine Zeit verschenken und kein Hindernis scheuen – wir heiraten den Krankheiten zum Trotz mit allem Drum und Dran!

So trafen sich im Standesamt ein hochelegantes Brautpaar und viele bestens gelaunte Freunde, Mitbewohner und Ehrenamtler, um diesen Wunsch gemeinsam in die Tat umzusetzen.
Alle Hochzeitsgäste freuten sich von Herzen mit Gabi und Heinz, und mancher war von der feierlichen Zeremonie sehr berührt.
Nach der Trauung wollten der Applaus und die Glückwünsche für das frischgebackene Ehepaar kein Ende nehmen – denn:

Wunder gibt es immer wieder… (Zum Glück!)P1010655

(von Liz Röder)

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Das Wohnprojekt von Bonn Lighthouse hat in den mittlerweile fast 21 Jahren seines Bestehens viele Feste erlebt. Dort, wo viele verschiedene Menschen aufeinander treffen, ergeben sich die Anlässe fast wie von selbst: Anfänge, Abschiede, Geburtstage, Jubiläen, Sommer-und Weihnachtsfeste, ja sogar eine Taufe konnten wir schon feiern – aber das, was am 15. April 2016. ins Haus stand, war auch für unseren Verein etwas ganz Besonderes: erstmalig gaben sich mit Gabi und Heinz zwei Bewohner des Wohnprojektes das Ja-Wort. Kennen-und lieben gelernt haben die Beiden sich genau dort. Für Gabi und Heinz war der Wunsch da, ihre  Liebe mit einem Eheversprechen zu besiegeln. Dieses wunderschöne Fest wollten sie mit uns, Verwandten und Freunden, und last but not least mit den haupt-und ehrenamtlichen Helfern von Bonn Lighthouse feiern.

Nachdem der Termin beim Standesamt feststand, begannen die Vorbereitungen. Statt Geschenken wünschte sich das Brautpaar von den Hochzeitsgästen einen Beitrag zum leiblichen Wohl, sprich die Gestaltung eines leckeren Büffets. Diesem Wunsch sind wir nur zu gerne gefolgt und viele fleißige HelferInnen stellten in der heimischen Küche diverse Köstlichkeiten her. Am großen Tag herrschte emsige Geschäftigkeit allerorten. Das Büffet wurde aufgebaut, der Seminar-Raum auf das Allerschönste geschmückt und alles für einen tollen Empfang hergerichtet.

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Währenddessen scharrten sich in Gabis Apartment einige ambitionierte weibliche Helfer um die Braut: frisieren, schminken, Accessoires aussuchen…“ das ist halt eine Mädels-Sache“ kommentierte eine der Helferlinnen. Wie zu hören war, hatten alle Beteiligten eine Menge Spaß.

Schluss mit lustig war für den Bräutigam, dem der Zutritt in die Wohnung seiner Zukünftigen strengstens untersagt wurde. Im eleganten Dreireiher bewahrte er allerdings Contenance.

Dann endlich war es soweit: im Standesamt an der Poppelsdorfer-Allee gab sich das Brautpaar in Anwesenheit von ca. 20 Anwesenden das Ja-Wort. Tosender Applaus vor Ort und ein Spalier aus roten Rosen vor dem Standesamt erwartete das frisch getraute Paar.

Eingetroffen in der Bornheimer Straße, haben wir die Beiden dann gefeiert mit Musik, Speis und Trank und ganz viel Spaß. Es wurden viele Fotos geschossen, Elke Trevisany ließ das Brautpaar mit einer sehr eigenen und lustigen Version des zu Recht vergessenen Schlagers „Für Gabi tu ich alles“ hochleben. Der stolze Bräutigam hielt eine kurze, aber bewegende Rede. Für mich war diese Hochzeitsfeier etwas ganz Besonderes und ich werde noch lange daran zurückdenken.

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Danke Gabi und Heinz, dass wir mit euch feiern durften!

(von Katja Hoffbauer)

…. und hier gibt´s noch eine Veröffentlichung im GA, vom 16./17. April 2016

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